Mentoren: Timo Homburg , Dr. Falk Würriehausen 

Bürgerinnen und Bürger stehen häufig vor der Frage: Welche Behörde ist für mein Anliegen zuständig?

Je nach Thema, beispielsweise Arbeitsagentur, Gericht, Finanzamt, Schulbezirk, Polizei, Zoll oder kommunale Verwaltung, gelten unterschiedliche räumliche Zuständigkeitsbereiche. Diese Zuständigkeiten orientieren sich oft an Verwaltungsgrenzen, Postleitzahlen, Einzugsgebieten oder fachlichen Organisationsstrukturen.

Ziel der Challenge ist die Entwicklung eines prototypischen „Zuständigkeitsfinders“, der für einen Standort oder eine Adresse die zuständige Behörde ermittelt und die zugrunde liegenden Geodaten transparent darstellt.

Dabei sollen vorhandene Geodatenquellen gefunden, verknüpft und nutzerfreundlich zugänglich gemacht werden.

Zielgruppe

  • Bürgerinnen und Bürger
  • Unternehmen
  • Verwaltungsmitarbeitende
  • Open-Data-Community
  • GovTech-Entwicklerinnen und -Entwickler

Herausforderung

Zuständigkeitsinformationen liegen häufig verteilt bei unterschiedlichen Behörden vor. Die Daten sind:

  • dezentral organisiert,
  • in unterschiedlichen Formaten verfügbar,
  • teilweise nicht als offene Geodaten veröffentlicht,
  • häufig schwer auffindbar.

Die Herausforderung besteht darin,

  1. relevante Datensätze zu identifizieren,
  2. diese technisch nutzbar zu machen,
  3. räumliche Zuständigkeiten zu modellieren,
  4. und die Ergebnisse für Nutzer verständlich bereitzustellen.

Beispielhafte Fragestellungen:

  • Welches Finanzamt ist für eine Adresse zuständig?
  • Welches Jobcenter betreut meinen Wohnort?
  • Welches Amtsgericht ist zuständig?
  • In welchem Schulbezirk liegt eine Adresse?
  • Welche Polizeidienststelle oder Behörde ist verantwortlich?

Bedarf

Obwohl viele Zuständigkeitsinformationen bereits digital vorliegen, existiert bislang kein zentraler, leicht nutzbarer Zugang für Bürgerinnen und Bürger.

Gleichzeitig stehen durch Open Data, Geodateninfrastrukturen und standardisierte Geodienste immer mehr Informationen zur Verfügung, die für einen solchen Dienst genutzt werden können.

Ein Zuständigkeitsfinder könnte einen wichtigen Beitrag zur Verwaltungsmodernisierung und digitalen Daseinsvorsorge leisten.

Mehrwert

  • Schnellere Orientierung für Bürgerinnen und Bürger
  • Reduzierung von Fehlanfragen bei Behörden
  • Bessere Nutzung vorhandener Open-Data-Angebote
  • Demonstration der Möglichkeiten von Geodaten und Geodateninfrastrukturen
  • Beitrag zu „Once Only“, Verwaltungsdigitalisierung und GovTech

Technische Aspekte

  • Datenquellen:
    • BKG Behördenzuständigkeitsbereiche (BZB)
    • BKG Behördenzuständigkeitsbereiche Open (BZB-Open)
    • Geodatenkatalog Deutschland
    • GovData
    • Open.NRW, OpenData Bayern und weitere Landesportale
    • Fachspezifische Open-Data-Angebote der Behörden
  • Technische Lösungen:
    • Recherche und Einbindung relevanter Geodatenquellen (Geodatenkatalog, GovData, WMS/WFS-Dienste)
    • Aufbereitung und Zusammenführung unterschiedlicher Zuständigkeitsdaten
    • Geocodierung von Adressen und Standorten
    • Räumliche Analysen zur Ermittlung zuständiger Behörden (z. B. Point-in-Polygon)
    • Entwicklung eines Prototyps z.B. in Jupyter Notebook mit Python und Geobibliotheken (z. B. GeoPandas, Shapely)
    • Visualisierung der Ergebnisse in interaktiven Karten
    • Optional: KI-gestützte Suche für bürgerfreundliche Fragestellungen
  • Diese Challenge setzt technisches Verständnis im Umgang mit Geodaten und entsprechenden Technologien voraus. Kenntnisse in Python, GeoPandas, OGC-Webdiensten (WMS/WFS), Jupyter Notebooks oder Web-Mapping-Technologien (Leaflet, OpenLayers, MapLibre) sind hilfreich.

Tutorials


Daten und Datenquellen