Am hat das College der EU-Kommissare den Vorschlag zur Vereinfachung der INSPIRE-Richtlinie angenommen – als Teil eines umfassenden Pakets zur Vereinfachung des Umweltrechts. Damit endet eine Phase intensiver Beteiligung durch verschiedene Konsultationen und Workshops im Rahmen des Impact Assessment und es schließt sich das ordentliche Gesetzgebungsverfahren unter Beteiligung des Europäischen Parlamentes, des Rates und der nationalen Parlamente an. Mit der Verabschiedung und Veröffentlichung im Europäischen Amtsblatt wird die überarbeitete Richtlinie schließlich rechtskräftig.

pineapple Warum INSPIRE vereinfachen?

Die Initiative GreenData4All verfolgt das Ziel, Umwelt- und Geodaten europaweit einfacher zugänglich und nutzbar zu machen. Mit der Vereinfachung der INSPIRE-Richtlinie als Teil von GreenData4All will die Europäische Kommission ein klares Signal für weniger Bürokratie und mehr Anwenderfreundlichkeit aussenden.

memo Was sieht der Vorschlag vor?

Die INSPIRE-Richtlinie soll mit der Open-Data-Richtlinie harmonisiert werden. Der Vorschlag sieht hierfür folgende Änderungen vor:

  • Die Anforderungen an Netzdienste und Interoperabilität fallen weg.

  • Die Verpflichtung der Europäischen Kommission zum Betrieb eines Europäischen Geoportals fällt weg.
  • Die Verpflichtungen zum Monitoring & Reporting fallen weg. Fortschritte und Konformität in der Umsetzung werden stattdessen künftig über das Reporting der Open-Data-Richtlinie und der Durchführungsverordnung zu hochwertigen Datensätzen erhoben.
  • Die Anforderungen an Metadaten, die Definition des Anwendungsbereichs (Anhänge I, II und III) und die Koordinierung bleiben als Kern erhalten.
  • Der Schutz von sensiblen Daten (Artikel 13) bleibt erhalten.

backhand index pointing right Der Vorschlag kann hier eingesehen werden.

hammer and wrench Was bedeutet das für die europäische Geodateninfrastruktur?

Das Joint Research Center (JRC) hat die Mitgliedstaaten im Rahmen einer Sitzung der technischen Unterarbeitsgruppe der INSPIRE Maintenance and Implementation Group (MIG-T) am über die Strategie und kommenden Änderungen bei den zentralen Komponenten der europäischen Geodateninfrastruktur im nächsten Jahr informiert:

  • INSPIRE Reference Validator: die zentrale Instanz des Validator wird nur noch bis zum bereitgestellt. Anschließend ist nur noch der Code verfügbar, um den Validator lokal nachnutzen zu können. Ein letztes Update erfolgt am . Der Helpdesk unterstützt bis Ende 2026 bei Fragen zur Interpretation der Testergebnisse, jedoch nicht mehr bezüglich Problemen bei der lokalen Nachnutzung.
  • INSPIRE Geoportal: die Inhalte des INSPIRE Geoportal werden in das Europäische Datenportal data.europa.eu als künftig einzigen europäischen Zugangspunkt integriert. Das INSPIRE Geoportal wird am abgeschaltet. Die Mitgliedstaaten entscheiden, auf welchem Weg sie ihre Metadaten im Europäischen Datenportal veröffentlichen. Auf GeoDCAT-AP wird eine Schlüsselfunktion bei der Integration von INSPIRE Metadaten in das Europäische Datenportal zukommen.
  • INSPIRE Registry: die INSPIRE Registry wird durch die zentrale europäische Lösung VocBench / EU Vocabularies ersetzt, d. h. die Registerinhalte wie bspw. Codelisten werden nach VocBench migriert. Die aktuelle Lösung wird am abgeschaltet. Ein letztes Update erfolgt am . Die Re3gistry Software wird als Open Source-Lösung weitergeführt, allerdings wird das JRC nicht mehr zur Pflege der Software beitragen. Das künftige Verfahren zur Pflege der Registerinhalte wird Gegenstand des nächsten Arbeitsprogramms der INSPIRE MIG. 
  • INSPIRE Artefakte: die INSPIRE Technical Guidance Dokumente, die INSPIRE Schemata und die INSPIRE UML-Modelle werden weiterhin auf GitHub gepflegt. Die INSPIRE Schemata werden vom JRC bis mindestens Ende 2026 gehostet. Das künftige Verfahren zur Pflege der Artefakte wird Gegenstand des nächsten Arbeitsprogramms der INSPIRE MIG.
  • INSPIRE Knowledge Base: die Webseite von INSPIRE wird bis mindestens Ende 2026 online bleiben.
  • INSPIRE Good Practices: die Good Practice Dokumente werden aufgrund der künftig wegfallenden rechtlichen Vorgaben aus Sicht des JRC eine höhere Bedeutung für die technische Umsetzung bekommen und sollen fortgeführt werden. 

right arrow Nächste Schritte

Der Vorschlag der Europäischen Kommission durchläuft das übliche Gesetzgebungsverfahren und wird im Europäischen Parlament und Rat behandelt. Nach der formalen Verabschiedung und Veröffentlichung im Europäischen Amtsblatt wird die überarbeitete INSPIRE-Richtlinie rechtskräftig und muss anschließend in nationales Recht umgesetzt werden.

Die Europäische Kommission wird die INSPIRE Maintenance and Implementation Group (MIG) sowie ihre technische Unterarbeitsgruppe (MIG-T) zu einem Präsenztreffen Anfang März 2026 in Brüssel einladen. Dort sollen die Mitgliedstaaten über die nächsten Schritte informiert und der weitere Weg gemeinsam diskutiert werden.