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Welche Gesetze gibt es:



EU Ebene:

 INSPIRE-Richtlinie (EU-Richtlinie 2007/2/EG)

Verordnung (EU) 2019/1024 – Open Data und PSI-Richtlinie



Bundesebene

Geodatenzugangsgesetz (GeoZG)

  • https://www.gesetze-im-internet.de/geozg/BJNR027800009.html
  • Grundlage für das GeoZG ist die INSPIRE-Richtlinie (EU-Richtlinie 2007/2/EG)
  • Das GeoZG regelt den Zugang zu Geodaten in Deutschland. Ziel ist es Geodaten leichter verfügbar, nutzbar und austauschbar zu machen, insbesondere um die digitale Verwaltung zu fördern und Innovationen zu ermöglichen.


Wie ist Interoperabilität definiert?

§ 3 Allgemeine Begriffe (4) Interoperabilität ist die Kombinierbarkeit von Daten beziehungsweise die Kombinierbarkeit und Interaktionsfähigkeit verschiedener Systeme und Techniken unter Einhaltung gemeinsamer Standards.

§ 8 Interoperabilität (1) Geodaten und Geodatendienste sowie Metadaten sind interoperabel bereitzustelle

Wer ist von dem Gesetz betroffen?

  • geodatenhaltende Stellen des Bundes

Was bedeutet interoperable Bereitstellung?

Interoperabilität heißt die Fähigkeit, dass Geodaten unterschiedlicher Herkunft gemeinsam genutzt und ausgetauscht werden können, ohne dass technische oder semantische Barrieren im Weg stehen.

  • Geodaten sind in interoperablen Formaten bereitzustellen, die nach nationalen oder europäischen Normen (z.B. INSPIRE, OGC-Standards) zertifiziert sind.

  • Schnittstellen (APIs, Webdienste) müssen diese interoperablen Daten bereitstellen.

  • Metadaten müssen vollständig und standardisiert vorhanden sein, damit die Daten auffindbar und nutzbar sind.

  • Die Nutzung von proprietären Formaten ist nur bedingt möglich, sofern sie nicht interoperabel sind.

  • Es muss sichergestellt werden, dass die Daten ohne großen Aufwand von Dritten eingelesen und verarbeitet werden können.


E-Government-Gesetz (EGovG)

  • https://www.gesetze-im-internet.de/egovg/
  • Regelt die elektronische Kommunikation und Zusammenarbeit von Behörden in Deutschland → Interoperabilität ist ein Querschnittsthema, das auch für Geodaten gilt.

Gesetz zur Förderung der elektronischen Verwaltung (E-Verwaltungs-Gesetz)

  • https://www.gesetze-im-internet.de/egovg/__1.html

  • Fördert offene, standardisierte Datenformate und Schnittstellen in der öffentlichen Verwaltung → Schließt Geodaten mit ein, da diese oft bei der Digitalisierung von Verwaltungsprozessen eine Rolle spielen.

Landesebene und kommunale Ebene

  • Länder und Kommunen haben eigene Gesetz über den Zugang zu digitalen Geodaten. Grundlage hierfür ist auch die INSPIRE-Richtlinie (EU-Richtlinie 2007/2/EG). 
  • Übersicht über die Landesgesetze:


BundeslandInteroperabilität von GeodatenLink zum Gesetz
Baden-Württemberg

§ 8 Interoperabilität

(1) Geodaten und Geodatendienste sowie Metadaten sind interoperabel bereitzustellen.

https://www.landesrecht-bw.de/bsbw/document/jlr-GeoZGBWrahmen
Bayern

§ 6 Integrale Geodatenbasis und Geoportal 

(1) Die Integrale Geodatenbasis ist als Bestandteil der Geodateninfrastruktur interoperabel bereitzustellen.

https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayGDIG/True

Berlin 

§ 8 Interoperabilität

Geodaten und Geodatendienste sowie Metadaten sind interoperabel bereitzustellen.

https://gesetze.berlin.de/bsbe/document/jlr-GeoZGBErahmen

Brandenburg

§ 8 Interoperabilität

Geodaten und Geodatendienste sowie Metadaten sind interoperabel bereitzustellen.

https://bravors.brandenburg.de/gesetze/bbggdig

Bremen

§ 8 Interoperabilität

Geodaten und Geodatendienste sowie Metadaten sind interoperabel bereitzustellen.

https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/gesetz-ueber-den-zugang-zu-digitalen-geodaten-des-landes-bremen-bremisches-geodatenzugangsgesetz-bremgeozg-vom-24-november-2009-157443?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&template=20_gp_ifg_meta_detail_d

Hamburg

§ 9 Interoperabilität von Geodatensätzen und -diensten

(1) Neu gesammelte und weitgehend umstrukturierte Geodatensätze sowie die entsprechenden Geodatendienste sind interoperabel verfügbar zu machen. Dasselbe gilt für sonstige Geodatensätze und -dienste, die noch in Verwendung stehen. Die Verfügbarkeit kann durch Anpassung der bestehenden Geodatensätze oder durch die in § 4 Nummer 7 Buchstabe d genannten Transformationsdienste hergestellt werden.

https://www.landesrecht-hamburg.de/bsha/document/jlr-GDIGHArahmen

Hessen

§ 33 Geodaten

(3) Die Stellen nach § 32 stellen die bei ihnen vorhandenen oder für sie bereitgehaltenen Geodaten interoperabel bereit.

§ 34 Geodatendienste

(2) Transformationsdienste sind mit den anderen Geodatendiensten nach Abs. 1 so zu kombinieren, dass Geodaten und Geodatendienste interoperabel verwendet werden können.

https://www.rv.hessenrecht.hessen.de/bshe/document/jlr-VermGeoInfGHEV1G10

Mecklenburg-Vorpommern

§ 12 Interoperabilität und Geoportal

(1) Geodaten, Metadaten, Geodatendienste und Netzdienste sind als Bestandteile der Geodateninfrastruktur interoperabel bereitzustellen. Sie werden über ein elektronisches Netzwerk verknüpft.

https://www.landesrecht-mv.de/bsmv/document/jlr-GeoInfVermGMVV1IVZ

Niedersachsen

§ 5 Bereitstellen von Geodaten

(1) Geodatenhaltende Stellen haben die bei ihnen vorhandenen und
für sie bereitgehaltenen Geodaten auf der Grundlage der Angaben des
amtlichen Vermessungswesens zu erfassen und zu führen sowie interoperabel
bereitzustellen.

§ 6
Bereitstellen von Geodatendiensten
(1) 1Die geodatenhaltenden Stellen stellen sicher, dass für die bei
ihnen vorhandenen und für sie bereitgehaltenen Geodaten und für die
von ihnen erzeugten Metadaten die in § 4 Abs. 2 Satz 2 genannten Geodatendienste
interoperabel bereitstehen. 

https://www.geodaten.niedersachsen.de/startseite/gdi_ni/niedersachsisches_geodateninfrastrukturgesetz_ngdig/niedersaechsisches-geodateninfrastrukturgesetz-ngdig-96334.html

Nordrhein-Westfalen

§ 8 Interoperabilität

Geodaten und Geodatendienste sowie Metadaten sind interoperabel bereitzustellen.

https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_text?anw_nr=2&gld_nr=7&ugl_nr=7134&bes_id=12584&menu=1&sg=0&aufgehoben=N&keyword=GeoZG-NRW#det0

Rheinland-Pfalz

§ 8 Interoperabilität

Geodaten, Geodatendienste und Metadaten sind von den öffentlichen und privaten Geodaten verarbeitenden Stellen interoperabel zugänglich zu machen.

https://www.geoportal.rlp.de/mediawiki/index.php/Rechtliche_Grundlage

Saarland

§ 8 Interoperabilität und zentraler Zugangspunkt

(1) Geodaten, Metadaten, Netzdienste und Geodatendienste sind als Bestandteile der Geodateninfrastruktur interoperabel bereit zu stellen.

https://recht.saarland.de/bssl/document/jlr-GDIGSLrahmen

Sachsen

§ 2 Begriffsbestimmungen

(4) Interoperabilität ist die Fähigkeit zur Kombination und Interaktion verschiedener Systeme, Techniken oder Daten unter Einhaltung gemeinsamer Standards.

(5) Eine Geodateninfrastruktur ist die Gesamtheit aller 1.Geodaten, Metadaten und Netzdienste, insbesondere Geodatendienste, und Netztechnologien, 2.Vereinbarungen über deren gemeinsame Nutzung, den Zugang und die Verwendung sowie3.Koordinierungs- sowie Überwachungsmechanismen, -prozesse und -verfahren

mit dem Ziel, verteilt liegende Geodaten interoperabel verfügbar zu machen.

§ 5 Netzdienste und Geoportal der GDI Sachsen

(3) 1Netzdienste nach den Absätzen 1 und 2 sollen Nutzeranforderungen berücksichtigen sowie einfach zu nutzen sein und müssen über computergestützte Netzwerke öffentlich verfügbar sein. 2Sie müssen die Vorgaben der nationalen Geodateninfrastruktur erfüllen.

(4) Der Suchdienst muss eine Verknüpfung folgender Suchkriterien gewährleisten: Übereinstimmung der Geodaten mit den Vorgaben aus den Durchführungsbestimmungen gemäß Artikel 7 Absatz 1 der Richtlinie 2007/2/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 14. März 2007 zur Schaffung einer Geodateninfrastruktur in der Europäischen Gemeinschaft (INSPIRE) (ABl. EU Nr. L 108 S. 1),

https://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/11375-Saechsisches-Geodateninfrastrukturgesetz

Sachsen-Anhalt

§ 8 Geodateninfrastruktur Sachsen-Anhalt

(1) Metadaten, Geodaten, Geodatendienste und Netzdienste werden als Bestandteile einer landesweiten Geodateninfrastruktur so bereitgestellt, dass Interoperabilität und eine Verknüpfung über ein elektronisches Netzwerk, das europäischen Normen entspricht, gegeben ist.

https://www.landesrecht.sachsen-anhalt.de/bsst/document/jlr-GDIGSTrahmen

Schleswig-Holstein

§ 8 Interoperabilität und Geoportal

(1) Geodaten, Metadaten, Netzdienste und Geodatendienste sind als Bestandteile der Geodateninfrastruktur interoperabel bereitzustellen

https://www.gesetze-rechtsprechung.sh.juris.de/bssh/document/jlr-GeodatGSH2010rahmen

 

Thüringen

§ 5 Grundsätze für die Bereitstellung von Geodaten, Metadaten und Geodatendiensten

(2) Geodaten, Metadaten und Geodatendienste sind als Bestandteile der Geodateninfrastruktur interoperabel bereitzustellen.

https://landesrecht.thueringen.de/bsth/document/jlr-GeoDatInfGTH2009rahmen






Der Semantischer Netzwerkservice SNS des Umweltbundesamtes (https://sns.uba.de/de) umfasst die Bereitstellung einer gemeinsamen Umweltsprache und semantisch unterstützender Webdienste. 

  • Umweltthesaurus
  • Ähnliche Begriffe
  • Textverschlagwortung

API-Dokumentation https://sns.uba.de/de/api#api-dokumentation

Test des Umweltthesaurus

Was ist Interoperabilität → kein Ergebnis

Was ist ein Datenmodell: 

Test der automatische Verschlagwortung von Dokumenten des AK Geodaten:

Automatische Verschlagwortung des Dokuments "Bereitstellung von Open Data in der GDI-DE" über Verlinkung des PDFs download/Bereitstellung_Open_Data_GDI-DE.pdf

→ Vorgeschlagene Schlagwörter: Open Data, Geodaten, Metadaten, Architektur, Durchführungsverordnung, Geodäsie, Kartographie, Europa, Zielgruppe, Leitfaden, PSI-Richtlinie, Weiterverwendung, Literaturauswertung


Automatische Verschlagwortung des "Interoperabilitätskonzepts der GDI-DE" über Verlinkung des PDFs "download/AG_Geodaten_Interoperabilitaetskonzept_Geodaten_GDI-DE.pdf führt leider zu einer Fehlermeldung → Wahrscheinlich ist das Dokument zu groß. 

Alternative: Analyse des Textes, kopiert aus dem PDF 

→ Geodaten, Geodateninfrastruktur, Europäische Geodateninfrastruktur, INSPIRE-Richtlinie, Datenmodell, Geodateninfrastruktur Deutschland, Geoinformation, Handlungsempfehlung, Standardisierung, Geoobjekt, Metadaten, Nachnutzung, FFH-Richtlinie, Verkehr, Wiederverwendung, Staatsgebiet, Datenerhebung, Datenaustausch, Qualitätsmanagement, Koordinatensystem


Link zum Blogbeitrag des OGC (Juni 2025): https://www.ogc.org/blog-article/the-all-or-nothing-myth-of-interoperability/ 


Interoperabilität erreicht man am besten Schritt für Schritt. Man sollte bei den Standardisierungsvorgaben anfangen, die den höchsten Return on Investment habe, d.h. dort wo man am schnellsten  / deutliche Ergebnisse sieht und setzt dann im weitere Optimierungsprozess weitere Standardisierungsaspekte um

Normalerweise ist der erster Schritt, die Beschreibung von Daten für Menschen (durch Handbücher, Spezifikationen), aber was wir brauchen sind maschinenlesbare standardisierte Strukturen.

Wie kommen wir dahin?

Schritt 1: Beschreibender Text ohne Standardisierung (semantische Orientierung) - (tick)  hier sind wie in der GDI-DE schon einen Schritt weiter!
Schritt 2: Schrittweise Standardisierung bestimmter Bereiche:

  • Datenmodelle: Datenstrukturen und Bedeutungen festlegen – Frage: Sind die INSPIRE Datenmodelle ausreichend? Wie können wir weitere Datenmodelle schaffen?
  • Austauschformate – Wir haben die Technikvorgaben des AK Architektur (tick)
  • Referenzvokabulare: Registry, Thesauri und Codelisten – Hier haben wir Lücken! Wie können wir den Ausbau der Registry und Nachnutzung fördern?
  • Protokollbindungen: technische Mechanismen für den Datenaustausch, z.B. HTTP-APIs  – Vorgaben des AK Architektur (tick)
  • Konformitätskriterien: Sicherstellen, dass verschiedene Systeme sich vorhersehbar verhalten  – Es gibt (für INSPIRE) Qualitätskriterien und die Testsuite zu Prüfung - Ausbaumöglichkeiten über INSPIRE hinaus? Mehr Tests zur Sicherung.

Schritt 3: Umsetzbare, maschinenlesbare Standards, d.h. 

  • Bedeutungen sind klar definiert und verständlich für Maschinen → in der GDI-DE müssen wir die Semantik und Wissensrepräsentation fördern (warning) 
  • Datenstrukturen sind vorhersehbar. Systeme erkennen das Format und aufwändige Prüfung der Dokumentation oder Testung von Transformationsregeln entfallen. → wir brauchen erstmal Schritt 2 mit ´geprüfter von Konformität  (warning) 
  • Standards für Systeme und Datenermöglichen, dass Methoden zum Extrahieren und Transformieren von Daten überprüft, verbessert und geteilt werden können. 
  • Aktionen können automatisiert ablaufen, z. B. Datenaufnahme, Prüfung und Integration 

Schritt 4: Rekursive Optimierung = wiederholte Verbesserung. Wenn die Interoperabilität besser wird, können weitere Bereiche standardisiert werden, z.B.:

  • Prozesse (z.B. Datensammlung, Validierung, Berichterstattung)
  • Governance-Modelle (z.B. Zugriffsrechte, Datenlizenzen)
  • Regeln für automatische Schlüsse und Automatisierung (z.B. automatische Erkenntnisgewinnung)

Das Ziel ist ein System, in dem Daten, Prozesse und Aktionen immer standardisierter sind, was die Kosten für Austausch und Integration deutlich senkt. → Erst das führt dazu, dass wirtschaftliche Vorteile durch die Beteiligung für die Organisationen ersichtlich werden (Schritt 5). Organisationen erkennen nun den Wert der Interoperabilität, weil sie Daten, Vokabulare, APIs und Modelle besser nutzen können.